Größter Upset in der BOL 2026/2027 so far
Obergfell oberragend beim Heimsieg gegen Oberliga-Absteiger
Eine äußerst intensive Trainingswoche lag hinter den Mannen aus der Taunushalle, als es am Sonnabend gegen den vorjährigen Oberligisten und bis dato verlustpunktfreien TGRüsselsheim ging.
Nach nun einigen knappen, unglücklichen und teilweise dummen Niederlagen wurde in den beiden Trainingseinheiten unter der Woche der Grundstein gelegt, um zukünftig nicht nur 40 Minuten pro Spiel Handball zu spielen, sondern die volle Stunde Spielzeit auf Bezirksoberliganiveau mithalten zu können.
Gerade in Hinsicht auf den dicken Brocken, der am Wochenende in Form der TG aus Rüsselsheim zu Gast in der heimischen Taunushalle sein sollte, war ein 60 Minuten fitter TuS Nordenstadt unabdingbar, wenn man kein Debakel erleben wollte.
Vor Anpfiff waren die Rollen klar verteilt. Die Rüsselsheimer hatten vor der Partie noch keinen Punkt abgegeben. Im Gegensatz zu den Nordenstadtern, die ihre einzigen beiden Pluspunkte der bisherigen Saison am grünen Tisch gewonnen hatten.
Dennoch war es vor Allem Coach Hutmacher, der die Chancen auf dem Feld nicht so aussichtslos sah wie die Chancen auf dem Papier.
Nichtsdestotrotz startete das Spiel wie so einige in der Vergangenheit. Seitens des TuS wurde der Start verschlafen. Gerade die Defensive hatte in der Anfangsphase wenig Zugriff und so gelang es den Gästen gerade zu Beginn zu einfachen Torerfolgen zu kommen.
In dieser Situation war es vor Allem Ole Obergfell zu verdanken, der in den ersten 15 Minuten fünf seiner insgesamt elf Tore erzielen konnte und die heimischen Schutter so quasi im Alleingang in Schlagdistanz hielt (9:10, 15. Min). Die Vorlagen durch Moritz Spingat kann für ihren Außen übrigens die Halb-Links Seite auch mal machen.
In den zweiten 15 Minuten des ersten Durchgangs schlich sich wieder mal der Fehlerteufel ins Nordenstadter spiel ein. Technische Fehler im Angriff reihten sich in die unglückliche Defensivleistung ein und so kam es, dass man sich beim Pausentee mit einem 17:21 Rückstand konfrontiert sah.
„Den Bock umstoßen“
Das war das Ziel für Halbzeit zwei. Und wie der Bock umgestoßen wurde.
Wie neu geboren marschierten die Hausherren zur zweiten Hälfte auf die Platte. Kampfgeist in den Augen, Ansporn in jeder Zelle und Ehrgeiz in jedem Herzen. Ein gänzlich anderer TuS Nordenstadt warf das erste Tor in Halbzeit zwei in Person von Simon Seith vom 7m-Punkt (18:21, 31. Min).
Tor um Tor konnte nun aufgeholt werden. Sei es weiter durch Simon Seith, der in den ersten sechs Minuten der zweiten Halbzeit vier Strafwürfe verwandelte, weiterhin durch Ole Obergfell, der nach Belieben traf oder Andre Reder, der seine kämpferische Glanzleistung an diesem Tag mit seinem Treffer zum ersten unentschieden des Tages krönte (24:24, 45. Min).
Spätestens jetzt merkte die gesamte Halle, dass einiges drin war. Das Feuer, welches die Mannen des TuS in sich trugen und die Zuschauerschaft damit anstecken konnten, trieb die Jungs auf der Platte zu Höchstleistungen an. Marcel Vanvor fuhr den Van vor (`s Tor), Christian Brauer verbuchte einen Steal nach dem anderen und sorgte so für einfache Tore, Ole Obergfell traf weiter nach Belieben und das Spielglück bei Abprallern oder 50:50 Entscheidungen des Referees waren nun auch auf Seiten des TuS.
Nachdem Christian Brauer in Minute 46 die 26:25 Führung erzielen konnte, gerieten die Gastgeber nicht mehr in Rückstand.
Im Gegenteil.
Der Vorsprung konnte sogar noch ausgebaut und quasi komfortabel gestaltet werden.
Zum Schlusspfiff stand ein 36:33 Heimsieg auf der Anzeigetafel. Ein Sieg, den wahrscheinlich nur Coach Hutmacher hat kommen sehen.
Die erste Gelegenheit diese Galavorstellung zu bestätigen haben die Schutter am 25.10.2026 um 18:00 beim Auswärtsspiel bei der HSG Hochheim/Wicker.
Für den TuS überraschten (Tore/7m): Vanvor (Tor), J. Ziegler (Tor), Feuerstein (1), Obergfell (11), Pflug (1), Schwenzer, M. Spieker (1), Weber, Pfirrmann, Brauer (3), M. Spingat (2), Reder (7), Seith (9/7), Göbel (1)